Sophia Lindner hat den Ballettspitzenschuh neu erfunden – aus einem Studienprojekt wurde das Start-up act’ble.
Klassisches Ballett bedeutet Spitzentanz – und enorme Herausforderungen für die Tänzerinnen und Tänzer. Umso erstaunlicher, dass die Ballettschuhe noch immer wie vor hundert Jahren und mehr hergestellt werden. Dazu kommt: Ballettschuhe verursachen Schmerzen, Verletzungen, unterliegen einem extrem hohen Verschleiß, weil sie zugleich hart sowie weich sein müssen. Sophia Lindner hat sich dieses Widerspruches angenommen und den Ballettschuh neu entwickelt. Zunächst als Abschlussarbeit ihres Studiums, dann als Kern des eigens gegründeten Unternehmens act’ble
Hallo Frau Lindner, erklären Sie doch bitte einem ballettfernen Menschen wie mir die Problematik traditioneller Spitzenschuhe.
SOPHIA LINDNER: Es gibt viele Probleme – Ballett ist ein sehr traditioneller Sport mit einem konservativen, seit Jahrhunderten kaum veränderten Mindset. Der Spitzenschuh ist dafür fast schon ein Symbol. Er entstammt einer Zeit, in der Tänzerinnen ihre Ballettschläppchen selbst versteiften, um sozusagen auf der Bühne zu schweben. Der Schuh hat sich also aus der Nutzung heraus entwickelt, wurde immer mal wieder etwas verändert, sein Grundprinzip ist bis heute aber unverändert. Die Schuhe bieten keine anatomische Anpassung, keine Dämpfung, es gibt keine rechten oder linken Exemplare, man schreibt das selbst drauf. Auch die Herstellung ist sehr traditionell, handwerklich geprägt. In über 100 Arbeitsschritten werden viele Schichten Leinenstoff gestapelt, verklebt, im Ofen gehärtet. Was dabei entsteht, ist steinhart und muss von den Tänzerinnen und Tänzern erstmal bearbeitet, also weich gemacht werden, damit der Schuh überhaupt nutzbar wird ... > Lesen Sie das vollständige Interview hier.
|